Zum Inhalt springen
Wissen · Knieschmerzen

Knieschmerzen: Warum Schonen dein Knie nicht besser macht – ob Läuferknie oder Arthrose

Die Treppe runter zieht es vorne am Knie, Kniebeugen hast du längst aus dem Training gestrichen, und beim Laufen fährt dieses Ziehen immer mit. Oder du bist über 40, morgens ist das Knie steif, Treppen gehen nur noch mit Geländer – und im Befund steht: Arthrose. Zwei verschiedene Probleme, derselbe Reflex: schonen. Genau das hält die Beschwerden oft am Leben. Beim vorderen Knieschmerz („Läuferknie“) empfehlen ein internationaler Expertenkonsens und die US-Leitlinie gezieltes Training für Hüfte und Knie als Kernmaßnahme. Bei Kniearthrose zeigt eine Cochrane-Auswertung mit 139 Studien: Training senkt Schmerzen und verbessert die Funktion – während die Kniespiegelung bei Verschleiß kaum etwas bringt. Hier findest du beides, sauber getrennt.

Die ehrliche Antwort in 30 Sekunden

  • Knieschmerzen sind häufig – und meist kein Zeichen dafür, dass dein Knie „kaputtgeht“.
  • Schonung allein löst sie selten: Beim vorderen Knieschmerz haben viele auch Jahre später noch Beschwerden.
  • Am besten belegt ist gezieltes Training – für Hüfte und Oberschenkel, beim Läuferknie wie bei Arthrose.
  • Kniebeugen sind nicht der Feind. Die falsche Dosis ist es.
  • Gelenkbelastende Übungen schaden dem Knorpel nach heutiger Studienlage nicht.
  • Bandage, Mobilisation oder Kniespiegelung allein bringen wenig – Training bleibt der Kern.
  • Röntgen- oder MRT-Bild sagen wenig darüber, wie stark es wehtut.

Unten findest du zwei Teile: Teil 1 für Schmerz vorne am Knie (typisch für Sportler und Vielsitzer), Teil 2 für Kniearthrose (typisch ab 40). Danach: was du selbst tun kannst, wann du zum Arzt solltest und wie wir arbeiten.

Dein Knie braucht keine Pause von Belastung. Es braucht Belastung, die es verträgt – und dann ein bisschen mehr.

Teil 1: Schmerz vorne am Knie (Läuferknie / patellofemoraler Schmerz)

Der Schmerz sitzt hinter oder rund um die Kniescheibe. Er meldet sich beim Treppabgehen, in der Hocke, beim Springen, beim Laufen bergab oder nach langem Sitzen mit gebeugten Knien. Betroffen sind Läuferinnen und Läufer, Kraftsportler, Hyrox-Athleten – aber auch Menschen, die einfach viel sitzen. Laut US-Leitlinie ist Schmerz bei der Kniebeuge der aussagekräftigste Hinweis auf diese Form von Knieschmerz.

Der Mythos: „Da reibt der Knorpel, das Knie geht kaputt.“ Die Daten erzählen etwas anderes. In einer Nachbeobachtung nach 5 bis 8 Jahren zeigten 48 von 50 geröntgten Betroffenen keine Zeichen einer Arthrose – obwohl viele noch Schmerzen hatten. Schmerz hinter der Kniescheibe bedeutet also nicht automatisch Verschleiß. Häufig passt schlicht die Belastung nicht zur aktuellen Belastbarkeit.

Das Knie, das wehtut, ist selten das Knie, das kaputt ist.

Läuferknie: Was die Studien zeigen

Die wichtigste Auswertung stammt von Cochrane: 31 Studien mit 1.690 Menschen mit vorderem Knieschmerz. Ergebnis: Übungstherapie senkte den Schmerz bei Aktivität um rund 1,5 Punkte auf einer Skala von 0 bis 10 und verbesserte die Funktion im Alltag um rund 12 Punkte auf einer 100-Punkte-Skala – verglichen mit keinem Training. In kleineren Vergleichen senkten Hüft- plus Knieübungen den Schmerz stärker als reine Knieübungen.

Eine Meta-Analyse mit 14 Studien bestätigt den Hüft-Effekt: Training für die Hüftmuskulatur zusammen mit Oberschenkeltraining verringerte Schmerz und verbesserte die Funktion kurzfristig deutlicher als Oberschenkeltraining allein – mit starker Evidenz für die ersten Wochen und moderater Evidenz für die mittlere Frist. Ehrliche Einordnung: Die Qualität vieler Einzelstudien ist niedrig. Aber die Richtung ist bemerkenswert einheitlich – deshalb setzen sowohl der internationale Konsens 2018 als auch die US-Leitlinie 2019 Training an die erste Stelle.

Die beste Übung für ein schmerzendes Knie beginnt oft an der Hüfte.

Läuferknie: Warum Bandage, Pause und Mobilisation allein nicht reichen

Der internationale Konsens rät davon ab, Mobilisationen von Kniescheibe, Knie oder Lendenwirbelsäule allein oder Elektrotherapie einzusetzen. Bei Tape, Bandagen, Akupunktur und Dry Needling ist der Nutzen unsicher. Die US-Leitlinie wird noch konkreter:

  • Tape kann zusammen mit Training kurzfristig Schmerzen lindern – Bandagen und Kniestrümpfe tun das nicht.
  • Manuelle Therapie, Dry Needling oder Elektrostimulation verbessern das Ergebnis nicht über Training hinaus.
  • Einlagen können bei vermehrtem Einknicken des Fußes kurzfristig (rund 6 Wochen) helfen – Maßanfertigungen sind dabei nicht besser als Fertigeinlagen.

Und die Pause? In der 5-bis-8-Jahres-Nachbeobachtung war eine Beschwerdedauer von mehr als 12 Monaten mit schlechteren Langzeitergebnissen verbunden. Abwarten ist also keine neutrale Entscheidung – es kostet Zeit, die du für den Aufbau nutzen könntest.

Passive Maßnahmen können dir Zeit kaufen. Training ist das, was du mit dieser Zeit machst.

Teil 2: Kniearthrose – und der Mythos vom „abgenutzten“ Gelenk

Anlaufschmerz am Morgen, Steifigkeit nach dem Sitzen, Schmerzen bei Treppen und längeren Wegen – typisch ab 40, 50. Und fast immer derselbe Reflex: Knie schonen. Weniger gehen, keine Kniebeugen, kein Sport mehr. Dahinter steckt das Bild vom Autoreifen, der sich mit jedem Kilometer abfährt. Eingängig – aber die Studienlage stützt es nicht. Systematische Auswertungen finden keinen Hinweis, dass dosiertes, gelenkbelastendes Training den Knorpel schädigt.

Und das Bild aus der Röhre? Eine Meta-Analyse mit 63 Studien und über 4.700 beschwerdefreien Erwachsenen ohne Knieverletzung fand: In Studien mit einem Durchschnittsalter ab 40 hatten 43 % Knorpelschäden und 19 % einen Meniskusriss im MRT – ohne Schmerzen. Ein Befund ist ein Foto vom Gelenk, keine Schmerzprognose. Mehr dazu im Artikel „Schmerzen trotz MRT-Befund“.

Dein Röntgenbild ist ein Foto. Deine Belastbarkeit ist ein Film – und der läuft weiter.

Kniearthrose: Was die Studien zum Training zeigen

Die aktuelle Cochrane-Auswertung umfasst 139 Studien mit 12.468 Menschen mit Kniearthrose. Verglichen mit keiner Behandlung oder üblicher Versorgung verbesserte Training den Schmerz um rund 13 Punkte und die Funktion um rund 12,5 Punkte auf einer Skala von 0 bis 100. Als Ergänzung zu anderen Behandlungen brachte Training rund 10 Punkte zusätzlich. Ehrliche Einordnung: Die Gewissheit ist niedrig bis mittel, gemessen wurde meist direkt nach Programmende, und die Effekte liegen im Bereich der Schwelle, ab der Betroffene einen Unterschied deutlich spüren. Die Autoren nennen den klinischen Nutzen deshalb unsicher. Trotzdem: Es ist die breiteste Studienbasis, die es bei Kniearthrose gibt.

Zwei weitere Befunde räumen mit Ausreden auf: Ein systematischer Review mit 9 randomisierten Studien fand keinen Hinweis, dass gelenkbelastendes Training dem Knorpel schadet. Und in der IDEA-Studie mit 454 übergewichtigen Menschen ab 55 Jahren hatte die Gruppe mit Diät plus Training nach 18 Monaten im Schnitt 10,6 kg abgenommen – und weniger Schmerzen sowie eine bessere Funktion als die Gruppe mit Training allein.

Training ist kein Wundermittel. Aber es ist die Maßnahme mit der breitesten Studienbasis – und sie liegt in deiner Hand.

Kniearthrose: Warum Spiegelung und Schonung oft nicht reichen

Eine Meta-Analyse im BMJ hat 9 randomisierte Studien zur Kniespiegelung (Meniskusteilentfernung, Gelenkglättung) bei Menschen mittleren und höheren Alters mit degenerativen Knieschmerzen ausgewertet:

  • Der Schmerzvorteil lag bei 2,4 mm auf einer 100-mm-Skala – spürbar nur nach 3 und 6 Monaten.
  • Nach ein bis zwei Jahren war kein Vorteil mehr nachweisbar.
  • Die Funktion verbesserte sich nicht messbar.
  • Dafür traten Komplikationen wie Thrombosen auf (rund 4 pro 1.000 Eingriffe).

In einer norwegischen Studie mit 140 Erwachsenen (im Schnitt 49,5 Jahre) mit degenerativem Meniskusriss waren 12 Wochen Training nach zwei Jahren genauso gut wie die Meniskus-OP – und die Trainingsgruppe hatte nach 3 Monaten mehr Oberschenkelkraft. Das heißt nicht, dass Operationen nie sinnvoll sind: Bei fortgeschrittener Arthrose kann etwa ein Gelenkersatz eine Option sein. Das entscheidest du gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Und Schonung? Wer sich schont, verzichtet auf die Maßnahme mit der besten Studienlage.

Die Spiegelung räumt im Knie auf. Training baut auf, was das Knie trägt.

Was du selbst tun kannst

Ob Läuferknie oder Arthrose: Das Prinzip ist dasselbe – Belastung dosieren statt streichen, Hüfte und Oberschenkel kräftigen, langsam steigern.

  • Dosieren statt streichen: Kniebeugen in einer Tiefe, die dein Knie gut toleriert – zum Beispiel bis auf eine Bank.
  • Hüfte kräftigen: Hüftbrücke, seitliches Beinheben, Clamshells, seitliche Schritte mit Miniband.
  • Oberschenkel kräftigen: Aufstehen vom Stuhl, Wandsitzen, Step-ups in verträglicher Höhe, Beinpresse.
  • Zwei- bis dreimal pro Woche trainieren und über Wochen langsam steigern. Beim vorderen Knieschmerz wirken eher viele Wiederholungen.
  • Leichtes Ziehen beim Training ist meist okay. Ist es am nächsten Tag deutlich schlimmer, war die Dosis zu hoch.
  • Laufen anpassen statt stoppen: kürzer, flacher, langsamer – dann Schritt für Schritt zurück.
  • Anlaufschmerz oder lange Sitzphasen? Locker bewegen, Beine ausstrecken, aufstehen, ein paar Schritte gehen.
  • Bei Übergewicht und Arthrose: Abnehmen in Kombination mit Training ist besonders sinnvoll.

Nicht die Kniebeuge ist dein Problem. Die Kniebeuge, die du seit einem Jahr vermeidest, ist es.

Wann du zuerst zum Arzt solltest

Die meisten Knieschmerzen sind harmlos oder verlaufen langsam. Lass dein Knie aber ärztlich untersuchen, wenn eines davon zutrifft:

  • Das Knie ist plötzlich heiß, gerötet und stark geschwollen – besonders mit Fieber. Dann bitte sofort.
  • Das Knie ist nach einem Sturz, Verdrehen oder Unfall stark geschwollen oder nicht mehr belastbar.
  • Das Knie blockiert, gibt plötzlich nach oder lässt sich nicht mehr vollständig strecken.
  • Die Wade schmerzt einseitig, ist geschwollen oder warm.
  • Die Schmerzen treten in Ruhe oder nachts auf beziehungsweise nehmen dann deutlich zu.
  • Fieber, unerklärlicher Gewichtsverlust oder allgemeines Krankheitsgefühl kommen dazu.
  • Kinder oder Jugendliche haben Knieschmerzen und hinken oder klagen über die Hüfte.
  • Die Beschwerden werden trotz angepasster Belastung über Wochen nicht besser oder deutlich schlimmer.

So arbeiten wir bei Athletik Movement

Wir starten mit dem SmartMotionScan: In 3D sehen wir, wie du stehst und was im Overhead Squat und im Einbeinstand passiert – knickt die Knieachse nach innen, sinkt das Becken auf einer Seite ab, verschiebt sich der Rumpf? Markerlos, berührungslos, ohne Strahlung. Kein Röntgenbild und keine Diagnose, sondern eine objektive Grundlage für dein Training. Wir analysieren keinen Laufstil und machen keine Ganganalyse – die Muster aus Einbeinstand und Kniebeuge spielen aber auch beim Treppensteigen und Laufen eine Rolle. Daraus entsteht dein Plan nach dem SmartMotionApproach: Spannungen regulieren (MoveFlexRelax), Beweglichkeit verbessern (MoveFlexStretch), Hüfte und Oberschenkel gezielt aktivieren (MoveSyncActivation) und die Kraft zurück in Kniebeuge, Treppe, Spaziergang und Sport bringen (MoveSyncIntegration). Im Movement Coaching steigern wir die Belastung Schritt für Schritt – begleitet von Niklas Jauch mit über 40 Fachausbildungen.

Wir stellen keine Diagnosen und behandeln keine Erkrankungen. Wir trainieren mit dir die Belastbarkeit von Hüfte und Knie – die Maßnahme mit der besten Studienlage, beim Läuferknie wie bei Arthrose.

FAQ

Häufige Fragen zu Knieschmerzen, Läuferknie & Kniearthrose

Kurzfristig hilft es, die Belastung anzupassen statt sie komplett zu meiden: Geländer nutzen, Tempo rausnehmen, schmerzhafte Trainingsreize vorübergehend reduzieren. Laut US-Leitlinie kann Tape zusammen mit Training kurzfristig Schmerzen lindern. Dauerhaft am besten belegt ist gezieltes Training für Hüfte und Oberschenkel.

Nein. Kniebeugen sind kein Risiko an sich, sondern ein zentrales Trainingswerkzeug – auch bei vorderem Knieschmerz. Entscheidend ist die Dosis: Tiefe, Gewicht und Wiederholungen so wählen, dass das Knie es verträgt, und dann langsam steigern.

Oft länger als gedacht. In einer Nachbeobachtung berichtete mehr als die Hälfte der Antwortenden auch nach 5 bis 8 Jahren von keiner zufriedenstellenden Erholung, und eine Beschwerdedauer über 12 Monate war mit schlechteren Ergebnissen verbunden. Früh mit passendem Training zu starten, ist deshalb sinnvoll.

Am besten belegt ist die Kombination aus Hüft- und Oberschenkelübungen, etwa Hüftbrücke, seitliches Beinheben, Step-ups und Kniebeugen in verträglicher Tiefe. Eine einzelne Wunderübung gibt es nicht – wichtiger sind Regelmäßigkeit und ein ausreichender Umfang.

Am besten belegt ist regelmäßiges Training: Eine Cochrane-Auswertung mit 139 Studien zeigt weniger Schmerzen und eine bessere Funktion. Bei Übergewicht hilft Abnehmen in Kombination mit Training zusätzlich. Welche medizinischen Maßnahmen darüber hinaus sinnvoll sind, besprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Nein. Wer sich schont, verzichtet auf die Maßnahme mit der besten Studienlage. Sinnvoll ist, die Belastung anzupassen statt sie zu meiden – und sie dann schrittweise zu steigern.

In der Regel ja – in einer Tiefe und mit einem Gewicht, die dein Knie verträgt. Ein systematischer Review fand keinen Hinweis, dass gelenkbelastende Übungen den Knorpel schädigen. Wird es am nächsten Tag deutlich schlimmer, reduziere die Dosis.

Bei Verschleißbeschwerden kaum. Eine Meta-Analyse im BMJ fand nur einen sehr kleinen Schmerzvorteil, der nach ein bis zwei Jahren verschwunden war, und keine bessere Funktion. Ob in deinem Fall ein Eingriff sinnvoll ist, klärst du ärztlich.

Quellen & Studien

Alle Aussagen in diesem Artikel stützen sich auf Cochrane-Reviews, Meta-Analysen, einen internationalen Expertenkonsens, eine Leitlinie, randomisierte Studien und eine Langzeit-Nachbeobachtung.

  1. 01

    Training – besonders Hüfte plus Knie – ist die Kernempfehlung bei vorderem Knieschmerz.

    Internationaler Expertenkonsens des 5th International Patellofemoral Pain Research Retreat auf Basis systematischer Reviews. Empfohlen: Übungstherapie (besonders hüft- und kniefokussiert kombiniert), kombinierte Maßnahmen und Fußorthesen. Nicht empfohlen: Mobilisationen allein, Elektrotherapie. Unsicher: Tape/Bandagen, Akupunktur/Dry Needling, Gangtraining.

    Collins N.J., Barton C.J., van Middelkoop M., Callaghan M.J., Rathleff M.S., Vicenzino B.T., Davis I.S., Powers C.M., Macri E.M., Hart H.F., de Oliveira Silva D., Crossley K.M. (2018). 2018 Consensus statement on exercise therapy and physical interventions (orthoses, taping and manual therapy) to treat patellofemoral pain: recommendations from the 5th International Patellofemoral Pain Research Retreat, Gold Coast, Australia, 2017. British Journal of Sports Medicine, 52(18):1170–1178.

    Quelle ansehen →
  2. 02

    Übungstherapie senkt Schmerz und verbessert die Funktion.

    Cochrane-Review: 31 Studien mit 1.690 Teilnehmenden. Schmerz bei Aktivität −1,46 Punkte (0–10) nach bis zu 3 Monaten, Funktion +12,2 Punkte (Anterior Knee Pain Score, 0–100) gegenüber keinem Training. Hüft- plus Knieübungen senkten den Schmerz stärker als reine Knieübungen (−2,20 Punkte, 3 Studien). Evidenzqualität sehr niedrig, Ergebnisse aber konsistent.

    van der Heijden R.A., Lankhorst N.E., van Linschoten R., Bierma-Zeinstra S.M.A., van Middelkoop M. (2015). Exercise for treating patellofemoral pain syndrome. Cochrane Database of Systematic Reviews, CD010387.

    Quelle ansehen →
  3. 03

    Hüfttraining plus Oberschenkeltraining wirkt besser als Oberschenkeltraining allein.

    Systematischer Review mit Meta-Analyse: 14 Studien, davon 7 hochwertig. Starke Evidenz für weniger Schmerz und bessere Funktion kurzfristig, moderate Evidenz mittelfristig, begrenzte Evidenz langfristig.

    Lack S., Barton C., Sohan O., Crossley K., Morrissey D. (2015). Proximal muscle rehabilitation is effective for patellofemoral pain: a systematic review with meta-analysis. British Journal of Sports Medicine, 49(21):1365–1376.

    Quelle ansehen →
  4. 04

    US-Leitlinie: Training als Hauptmaßnahme, höherer Umfang wirkt besser.

    Klinische Leitlinie der American Physical Therapy Association: Übungen für Hüfte und Oberschenkel als Kern, höhere Trainingsumfänge (z. B. 3 Sätze mit 30+ Wiederholungen, 3-mal pro Woche) bevorzugt; Tape nur kombiniert mit Training kurzfristig hilfreich, Bandagen nicht; manuelle Therapie, Dry Needling und Elektrostimulation ohne Zusatznutzen. Zusammenfassung: American Family Physician 2020.

    Willy R.W., Hoglund L.T., Barton C.J., Bolgla L.A., Scalzitti D.A., Logerstedt D.S., Lynch A.D., Snyder-Mackler L., McDonough C.M. (2019). Patellofemoral Pain: Clinical Practice Guidelines Linked to the International Classification of Functioning, Disability and Health From the Academy of Orthopaedic Physical Therapy of the American Physical Therapy Association. Journal of Orthopaedic & Sports Physical Therapy, 49(9):CPG1–CPG95.

    Quelle ansehen →
  5. 05

    Vorderer Knieschmerz verschwindet oft nicht von allein.

    Nachbeobachtung von zwei randomisierten Studien nach 5–8 Jahren: 34 von 60 Antwortenden (57 %) berichteten von ungünstiger Erholung, 48 von 50 Geröntgten hatten keine Arthrose-Zeichen. Beschwerdedauer über 12 Monate sagte schlechtere Ergebnisse vorher. Einschränkung: nur 19 % Rücklaufquote.

    Lankhorst N.E., van Middelkoop M., Crossley K.M., Bierma-Zeinstra S.M.A., Oei E.H.G., Vicenzino B., Collins N.J. (2016). Factors that predict a poor outcome 5–8 years after the diagnosis of patellofemoral pain: a multicentre observational analysis. British Journal of Sports Medicine, 50(14):881–886.

    Quelle ansehen →
  6. 06

    Training senkt Schmerz und verbessert die Funktion bei Kniearthrose.

    Cochrane-Review: 139 randomisierte Studien mit 12.468 Teilnehmenden. Gegenüber keiner Behandlung/üblicher Versorgung: Schmerz 13,1 Punkte besser (56 Studien, niedrige Gewissheit), Funktion 12,5 Punkte besser (54 Studien, mittlere Gewissheit), jeweils Skala 0–100. Klinische Bedeutung laut Autoren unsicher, da die Werte um die Relevanzschwelle liegen; überwiegend kurzfristig gemessen.

    Lawford B.J., Hall M., Hinman R.S., Van der Esch M., Harmer A.R., Spiers L., Kimp A., Dell'Isola A., Bennell K.L. (2024). Exercise for osteoarthritis of the knee. Cochrane Database of Systematic Reviews, Issue 12, CD004376.

    Quelle ansehen →
  7. 07

    Die Kniespiegelung bringt bei degenerativen Knieschmerzen nur einen kleinen, kurzen Effekt.

    Systematischer Review mit Meta-Analyse von 9 randomisierten Studien: Schmerzvorteil 2,4 mm (0–100 mm), nur nach 3 und 6 Monaten (3–5 mm), nicht nach 1–2 Jahren; kein Funktionsvorteil. Symptomatische Thrombosen 4,13 pro 1.000 Eingriffe. Die Autoren sehen keine Unterstützung für die Arthroskopie bei mittelalten und älteren Menschen mit Knieschmerzen, mit oder ohne Arthrose.

    Thorlund J.B., Juhl C.B., Roos E.M., Lohmander L.S. (2015). Arthroscopic surgery for degenerative knee: systematic review and meta-analysis of benefits and harms. BMJ, 350:h2747.

    Quelle ansehen →
  8. 08

    Training ist bei degenerativem Meniskusriss so gut wie die OP.

    Randomisierte Studie mit 140 Erwachsenen (Ø 49,5 Jahre): 12 Wochen Training vs. Meniskusteilentfernung. Nach 2 Jahren kein klinisch relevanter Unterschied (KOOS4 0,9 Punkte); mehr Oberschenkelkraft in der Trainingsgruppe nach 3 Monaten.

    Kise N.J., Risberg M.A., Stensrud S., Ranstam J., Engebretsen L., Roos E.M. (2016). Exercise therapy versus arthroscopic partial meniscectomy for degenerative meniscal tear in middle aged patients: randomised controlled trial with two year follow-up. BMJ, 354:i3740.

    Quelle ansehen →
  9. 09

    Knorpelschäden und Meniskusrisse sind auch bei Menschen ohne Beschwerden häufig.

    Systematischer Review mit Meta-Analyse: 63 Studien, 4.751 beschwerdefreie Erwachsene ohne Knieverletzung. Knorpelschäden bei 24 % insgesamt, 43 % bei Durchschnittsalter ab 40; Meniskusrisse bei 10 % insgesamt, 19 % ab 40.

    Culvenor A.G., Øiestad B.E., Hart H.F., Stefanik J.J., Guermazi A., Crossley K.M. (2019). Prevalence of knee osteoarthritis features on magnetic resonance imaging in asymptomatic uninjured adults: a systematic review and meta-analysis. British Journal of Sports Medicine, 53(20):1268.

    Quelle ansehen →
  10. 10

    Gelenkbelastendes Training schadet dem Knorpel nicht.

    Systematischer Review von 9 randomisierten Studien (14 Vergleiche) bei Menschen mit Kniearthrose oder erhöhtem Risiko: überwiegend kein Effekt auf Knorpeldicke, -volumen oder -schäden, vereinzelt positive Effekte. Fazit: Training scheint den Knorpel nicht zu schädigen. Evidenzqualität niedrig.

    Bricca A., Juhl C.B., Steultjens M., Wirth W., Roos E.M. (2019). Impact of exercise on articular cartilage in people at risk of, or with established, knee osteoarthritis: a systematic review of randomised controlled trials. British Journal of Sports Medicine, 53(15):940–947.

    Quelle ansehen →
  11. 11

    Abnehmen plus Training bringt bei Übergewicht mehr als Training allein.

    Randomisierte Studie (IDEA) mit 454 übergewichtigen Erwachsenen ab 55 Jahren, 18 Monate: Diät plus Training −10,6 kg, Diät −8,9 kg, Training −1,8 kg. Diät plus Training: weniger Schmerz, bessere Funktion und Lebensqualität als Training allein.

    Messier S.P., Mihalko S.L., Legault C., Miller G.D., Nicklas B.J., DeVita P., et al. (2013). Effects of intensive diet and exercise on knee joint loads, inflammation, and clinical outcomes among overweight and obese adults with knee osteoarthritis: the IDEA randomized clinical trial. JAMA, 310(12):1263–1273.

    Quelle ansehen →

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die Angebote von Athletik Movement sind keine Heilbehandlung. Bei akuten, zunehmenden oder unklaren Beschwerden lass dich bitte ärztlich untersuchen.

Athletik Movement · Berlin

Hör auf, um dein Knie herumzutrainieren. Finde heraus, was es aus der Spur bringt.

Der SmartMotionScan zeigt in 3D, wie sich Knieachse, Becken und Rumpf im Overhead Squat und im Einbeinstand verhalten – dazu 33 Wirbelsäulenwinkel und 10 Haltungsparameter, markerlos und ohne Strahlung. Du bekommst ein Ergebnisblatt, persönliche Übungsvideos und einen Trainingsplan nach dem SmartMotionApproach. GetImpulse, Heidestraße 11, am Berliner Hauptbahnhof.